Bologna

Die Bologna-Reform und die internationale Mobilität von Studierenden - Eine Bestandsaufnahme und mögliche Handlungsempfehlungen

Die Bologna-Reform steht oftmals im Mittelpunkt der Kritik am deutschen Bildungssystem. Trotzdem gibt es bis heute nur wenige Untersuchungen, die die Auswirkungen der Reform systematisch erfassen und analysieren. Auf dem internen Kreativkolloquium 2012 wurde eine Diskussion zu diesem Thema angestoßen. Im Fokus standen damals vor allem die Auswirkungen der Bologna-Reform im Hinblick auf die Auslandsmobilität deutscher Studierender. Eine Projektgruppe mit Mitgliedern sowohl aus dem Studentenforum als auch aus dem Tönissteiner Kreis wurde gegründet. Mit dabei waren unter anderen Camillo von Müller und Lutz Reimers, die das Projekt von Seiten des Tönissteiner Kreis von Anfang an begleiteten. Vorteil dieser gemischten Projektgruppe ist sowohl die fächerübergreifende Konstellation als auch die Mischung aus Studierenden, Lehrenden an Universitäten und Berufstätigen in anderen Fachbereichen. Die Fragestellung konnte somit umfassend aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Darüber hinaus wurde das Projektteam von Alexandra Heldt und Lena Gailing unterstützt. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.

Umfassende Mitgliederbefragung im Studentenforum

Wie wirkt sich die Bologna-Reform auf die Auslandsmobilität deutscher Studierender aus? Erster Schritt auf der Suche nach Antworten war während der ersten Projektphase die Erarbeitung eines Fragebogens, der im Frühjahr 2013 an die Mitglieder des Studentenforums verschickt wurde. Die Ergebnisse dieser umfassenden Mitgliederbefragung bezeugen, dass die öffentliche Meinung vielfach ein verzerrtes Bild widerspiegelt. Die Befragung zeigt, dass selbst Mitglieder einer Organisation mit explizit internationaler Ausrichtung – wie das Studentenforum eine ist –, auch nach der Bologna-Reform mit Problemen wie der Anerkennung von Studienleistungen, nicht ausreichender Finanzierung und einer oftmals nicht ausreichenden Informationslage über Stipendienprogramme oder Vorbereitungsmaterial für Auslandsaufenthalte zu kämpfen haben.

Schlussfolgerungen aus der Datenerhebung

Mit Hilfe der Ergebnisse der Mitgliederbefragung konnten wir Herausforderungen, Bedürfnisse sowie Hindernisse für Studierende im Hinblick auf die Durchführbarkeit von Auslandsaufenthalten im Rahmen der Bologna-Reform herausarbeiten. Obwohl die Ergebnisse aufgrund der spezifischen Zielgruppe unter Vorbehalt zu bewerten sind, waren diese auf der einen Seite überraschend, wie etwa die weitläufige Auffassung der Befragten, dass eine Verlängerung der Studienzeit aufgrund einer Auslandserfahrung kein Hinderungsgrund für die Realisierung eines Auslandsaufenthaltes ist. Auf der anderen Seite haben die Ergebnisse aber auch die öffentliche Diskussion um die Bologna-Reform widergespiegelt, beispielsweise dass die mangelnde Anerkennung von Studienleistungen aus dem Ausland auch nach der Bologna-Reform ein Problem für die Studierenden darstellt.

Darüber hinaus unterstreichen die Ergebnisse der Befragung gerade dieser speziellen Zielgruppe – die vermutlich einen noch größeren Wert auf Auslandserfahrungen legt als der deutsche Durchschnittsstudent –, dass Finanzierung weiterhin ein schwerwiegender Hinderungsgrund für einen Auslandsaufenthalt sein kann und dass es insbesondere wünschenswert wäre, wenn sich die Privatwirtschaft stärker an der Förderung von Auslandsaufenthalten beteiligen würde, da sie diese auf der anderen Seite oftmals auch von Bewerbern fordert. Außerdem hat die Befragung gezeigt, dass bestehende Programme noch effektiver sein könnten, wenn die Informationen zugänglicher wären.

Ausblick

Die Ergebnisse der Befragung haben wir nun in einem umfassenden Diskussionspapier (siehe Download unten) zusammengefasst. Neben der Formulierung von Thesen haben wir im Rahmen des Diskussionspapiers auch eine Reihe von Handlungsempfehlungen erstellt. Das Diskussionspapier ist nun fertiggestellt und soll idealerweise als Ausgangspunkt für eine umfassende, kritische, aber vor allem informierte Diskussion mit Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden zum Thema Bologna-Reform und ihren Auswirkungen dienen.

Danksagung

Wir danken Henning Dettleff (ehem. BDA), Kevin Heidenreich (DIHK), den Sprechern des Tönissteiner Kreises und der Geschäftsstelle für Begleitung und Unterstützung.

Mit dem Projektteam können Sie über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Kontakt aufnehmen.

Positionspapier

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen