Politische Jugendorganisationen – eine Untersuchung

Von Neugier gepackt

Politische Jugendorganisationen (pJs) sind bis jetzt kaum systematisch untersucht worden. Dabei sind sie wichtig: Politische Jugendorganisationen dienen als Kontaktpunkte für junge Erwachsenen mit der Politik, sie tragen zu ihrer Meinungsbildung bei und pflegen internationale Kontakte zu anderen Jugendorganisationen. Nicht selten gehen spätere Politiker aus ihren Reihen hervor. Die fünf größten politischen Jugendorganisationen in Deutschland haben knapp 190 000 Mitglieder (Stand 2012). Umso verwunderlicher ist es, dass es kaum öffentlich zugängliche Untersuchungen dieser Organisationen gibt. Während der Fokus der bestehenden Forschung und öffentlichen Diskussion eher auf den Mutterparteien liegt, sind die Mitgliedermerkmale der Jugendorganisationen weitgehend unerfasst.

Wir sind neugierig geworden: Gibt es Unterschiede zwischen den Mitgliederstrukturen der einzelnen pJs (z.B. hinsichtlich Geschlecht, sozioökonomischer Hintergrund, Religion)? Welche Jugendorganisationen schafft es, Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten zur Mitwirkung zu motivieren? Gibt es eine Organisation der „Rebellen", in der besonders viele junge Erwachsene engagiert sind, die sich von den politischen Ansichten des Elternhauses gelöst haben? Gibt es Unterschiede in der Motivation, mit der die Mitglieder in ihre pJ eingetreten sind? Gibt es Unterschiede in der Zufriedenheit der Mitglieder mit ihrer pJ? Wie nehmen sich die einzelnen pJs untereinander wahr? Gibt es Unterschiede in der Einstellung der Mitglieder zur Mutterpartei in den verschiedenen pJs? Und aus Sicht des Studentenforums des Tönissteiner Kreises besonders interessant: Welche Fähigkeiten und Erfahrungen, etwa internationaler Art, erwerben die Nachwuchspolitiker in den verschiedenen politischen Jugendorganisationen?

Unser Projekt „Politische Jugendorganisationen – eine Untersuchung“ soll diese bislang noch wenig erforschten „Spezies" untersuchen. Ziel ist die Erstellung einer Studie und der Anstoß einer öffentlichen Debatte über die politische Nachwuchsgewinnung. Das Projekt soll den Status quo der Mitglieder der pJs untersuchen, um eine Vielzahl von wünschenswerten Diskussionen zu ermöglichen, etwa über die Attraktivität und Legitimation der verschiedenen politischen Jugendorganisationen, über ihre gesellschaftliche Vernetzung und ihre „Performance". Das Projekt könnte helfen, „best practices“ der Jugendorganisationen zu identifizieren und damit ein Lernen voneinander zu ermöglichen. Angesichts des Mitgliederschwunds der Parteien und des allseits beklagten Desinteresses der Bevölkerung an der Politik legt das Führen dieser Diskussionen und eine sachliche Analyse der Stärken und Schwächen einzelner pJs eine wichtige Grundlage dafür, dass kluge Entscheidungen getroffen werden können, um (Nachwuchs-) Politik und Gesellschaft wieder mehr zueinander finden zu lassen.

Team: Salif Jaiteh (Projektleitung), Cornelia Bauer, Nico Grubert, Clara van den Berg

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