Data Literacy

R-Wert, Inzidenz, Übersterblichkeit: In der Corona-Pandemie sind Daten in das Zentrum der öffentlichen Debatte gerückt. Für demokratische Teilhabe ist es notwendig, die Statistik hinter diesen Konzepten zu verstehen, um auf deren Grundlage getroffene politische Entscheidungen kritisch bewerten und debattieren zu können. Gleichzeitig gewinnt die Debatte um ein angemessenes Verhältnis von Wissenschaft und Demokratie an Bedeutung, die weit über die zumeist scherzhaft diskutierte Frage “Kann Drosten Kanzler?” hinausgeht. 

Auch insgesamt werden Daten in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Davon ausgehend wurde das Konzept von “Data Literacy” entwickelt, um zentrale Kompetenzen im Umgang mit Daten zu vermitteln. Dazu gehören neben dem statistischen Handwerkszeug auch beispielsweise die Fähigkeiten, Daten in ihren Erhebungskontext kritisch einzuordnen oder sinnvolle Visualisierungen zu erstellen.

Hierzu möchte das Studierendenforum einen Beitrag leisten und hat dafür zwei Zielgruppen identifiziert:  junge Menschen und Medienschaffende. 

Dafür wurde bereits eine Umfrage unter Studierenden verbreitet, die darauf abzielt, ein breites Spektrum von Eindrücken über die Corona Berichterstattung abzudecken. Wir wollen abfragen, welches Wissen in Bezug auf die Corona-Pandemie im öffentlichen Diskurs zu kurz kommt. Letztlich werden wir die Ergebnisse der Umfrage als Basis für die Entwicklung einer Workshopreihe 2021 nutzen. Hier haben wir uns zum Ziel gesetzt mit jungen Menschen über Datenverständis zu diskutieren und Zahlen, Daten und Fakten greifbarer zu machen, umso Datenkompetenz zu fördern. Am Ende der Workshopreihe ist eine interdisziplinäre Podiumsdiskussion angedacht. 

Zusätzlich sind zwei Workshops in Kooperation im Rahmen des SKI zum Thema Datenkompetenz in Planung. Am Fallbeispiel der Corona Pandemie wollen wir die Kollegiat:innen die Grundlagen von “Data Literacy” einführen, wichtige Konzepte klären und die statistische Berichterstattung über die Pandemie kritisch beleuchten. Zudem wird anhand eines Planspiels der Prozess der Abwägung unterschiedlicher Interessen von Politik und Wissenschaft simuliert.

Außerdem entwickelt das Projekt-Team Ideen und Ansätze zur Vernetzung von Medienschaffenden und Statistiker:innen, die darauf abzielen einen gegenseitigen Dialog zu fördern und die Rolle von Datenjournalismus in den Fokus zu setzen. Zentrale Themen der Wissenschaftskommunikation und des Datenjournalismus sollen gemeinsam mit ausgewählten Interview-Partner:innen im Format einer Podcast Reihe diskutiert werden.