Völkermord: Der Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo in München 2026

„Im Schatten des Völkermords“ ist ein Dialog- und Bildungsprojekt, das sich einem der komplexesten und gleichzeitig am wenigsten verstandenen Konflikte der Welt widmet: der Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Seit den 1990er-Jahren wird die Region von bewaffneten Gruppen, geopolitischen Spannungen und ungelösten Folgen des Völkermords in Ruanda erschüttert. Gleichzeitig ist der Konflikt eng mit globalen wirtschaftlichen Interessen verwoben – insbesondere mit dem Abbau von Kobalt, Coltan und Gold, die für moderne Technologien, Mobilität und Energiewende unverzichtbar sind.

Der Ostkongo-Tag in Berlin bringt politische Bildung, gesellschaftlichen Austausch und internationale Perspektiven zusammen. Am Vormittag arbeiten Schüler:innen unterschiedlicher Schulformen in Workshops mit Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft. Sie setzen sich mit Ursachen, Akteuren und Dynamiken des Konflikts auseinander und erkennen, wie globale Lieferketten, Konsumverhalten und europäische Industriepolitik mit der Situation im Kongo verbunden sind.

Am Nachmittag öffnet ein öffentliches Dialogforum, das Vertreter:innen aus Diaspora, Wissenschaft, Politik, Medien und internationalen Netzwerken miteinander ins Gespräch bringt. Diskutiert werden geopolitische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Dimensionen des Konflikts sowie die Frage, wie globale Verantwortung angesichts historischer Gewalt und aktueller Ungerechtigkeiten gestaltet werden kann.

Das Projekt schafft einen Raum, in dem Wissen vertieft, Urteilsfähigkeit geschärft und Verantwortungsbewusstsein gefördert wird. Ziel ist es, den Ostkongo-Konflikt aus dem Schatten der Unsichtbarkeit zu holen und zur Grundlage einer differenzierten gesellschaftlichen Debatte zu machen – über koloniale Kontinuitäten, internationale Verflechtungen und die Rolle Europas in globalen Rohstoffketten.


Projektteam

Anna Lippmann
Nike Helmerich
Canan Silahsör
Rebecca Neumeier

Betreuung:
Amadeus Seehaus (Studierendenforum)