Hoffnung und Herausforderungen im Ostkongo ist ein Bildungs- und Dialogprojekt zum Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo. In mehreren Online-Gesprächen sowie einer abschließenden Paneldiskussion in Berlin bringt die Reihe Perspektiven aus Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, Zivilgesellschaft und Forschung zusammen.
Der Osten der Demokratischen Republik Kongo gehört zu den komplexesten und langanhaltendsten Krisenregionen weltweit und bleibt dennoch oft aus dem Blick. Seit den späten 1990er Jahren ist die Region von Gewalt geprägt. Aus den Nachwirkungen des Völkermords in Ruanda 1994 und den darauffolgenden Kongokriegen entwickelte sich ein Konflikt, der bis heute anhält. In den Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Ituri operieren mehr als 100 bewaffnete Gruppen, darunter die M23, die Allied Democratic Forces (ADF) und die Miliz CODECO.

Gleichzeitig ist der Osten des Kongo reich an Rohstoffen, die für die Weltwirtschaft zentral sind. Kobalt wird für Batterien benötigt, aus Coltan wird Tantal für elektronische Bauteile gewonnen, und Gold ist weltweit gefragt. Diese Ressourcen sind eng mit lokalen Machtstrukturen und internationalen Lieferketten verflochten und damit ein zentraler Bestandteil der Konfliktdynamik. Die humanitäre Lage gehört zu den dramatischsten weltweit. Rund 6,9 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben, mehr als fünf Millionen davon im Osten des Landes.Gewalt ist dabei kein statisches Phänomen. Konfliktdynamiken verändern sich, Allianzen verschieben sich, und regionale Interessen spielen eine zentrale Rolle.
Trotz dieser Realität gibt es Akteure, die an Lösungen arbeiten. Lokale Initiativen, zivilgesellschaftliche Organisationen und internationale Partner setzen sich für Dialog, Schutz der Zivilbevölkerung und langfristige Stabilisierung ein.
Vor diesem Hintergrund nimmt die Veranstaltungsreihe „Hoffnung und Herausforderungen im Ostkongo“ die zentralen Spannungsfelder dieser Krise in den Blick.
Die Veranstaltungsreihe ist als inhaltlich aufeinander aufbauendes Format konzipiert.
Die Online-Gespräche im April bieten einen strukturierten Einstieg in den Konflikt und richtet sich an alle, die den Konflikt besser verstehen und seine Hintergründe einordnen möchten.
- 02. April 2026, 15:00 Uhr
Conflict and Fragile Statehood in Eastern Congo: A Historical Perspective – Aidan Russel Associate Professor, International History and Politics Geneva Graduate Institute - 08. April 2026, 18:00 Uhr
Emergence of the Eastern Congo Conflict and Renewed Escalation – Christoph Vogel, UN Senior Advisor - 13. April 2026, 18:00 Uhr
Natural Resources and Conflict Economies – Timo Roujean, Head of Country Office (DRC), Konrad Adenauer Foundation (KAS) - 21. April 2026, 18:00 Uhr
Current Developments and Peace Efforts – Daniel Maier, Head Of Strategic Planning at Monusco-UN
Den Abschluss bildet die Paneldiskussion am 7. Mai 2026 in Berlin im Global Village.
Unter dem Leitthema „Konflikt, Kooperation und Wege zum Frieden“ diskutieren Vertreterinnen aus Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit und Zivilgesellschaft aktuelle Entwicklungen, regionale Kooperation und zentrale Ansätze für Frieden und Stabilität.
Panellisten: Johann Swinnen (Honorary Ambassador), Ciarán Wrons-Passmann (ÖNZ), Kennedy Muhindo Wema (RSF)
Moderation: Julia Seibert (GIZ)

Projektteam
Anna Lippmann
Nike Helmerich
Canan Silahsör
Rebecca Neumeier